Kennst du diese Tage, an denen du deine Kinder am liebsten nur nach draußen schicken würdest? Die Eltern überkommt das Gefühl, dass ihre Kinder dringend Abstand und frische Luft bräuchten. Allein schon der Geräuschpegel raubt einem den letzten Nerv. Ständig gibt es Streitereien, Tränen und Wutausbrüche.

Und was sagen die lieben Kleinen? Keine Lust, zu kalt, zu nass und überhaupt nee.

Wie ich es geschafft habe trotzdem nach draußen zu lotsen und diese Outdoor Aktionen mit DIY Projekten verbunden habe, erfährst du hier.

Küchenkräuter für die Fensterbank kaufen

Der März hat es mir dieses Jahr nicht einfach gemacht. Nass und kalt war er. Meine Kinder wollten sich lieber gemütlich vor dem Fernseher einkuscheln als sich draußen an der Natur zu erfreuen.

Um nicht untätig herumzusitzen, haben wir unsere ersten Küchenkräuter gekauft. Ich habe tatsächlich alle vier Kinder zu einem „Ausflug“ überredet, einschließlich einem kleinen Umweg durch die Nachbarschaft zum Supermarkt. Unsere Mission „Blumen kaufen“ hat meine Kinder wenigstens für eine fast eine Stunde aus dem Haus gelockt.

Wieder zu Hause haben wir die Pflanzen auf unserer Terrasse umgetopft. Wir haben alte, schmale Weinkisten zu Blumentöpfen umfunktioniert und sie auf unsere Fensterbank gestellt. Das sieht nicht nur hübsch aus, sondern betet gleichzeitig einen gewissen Sichtschutz gegen neugierige Blicke von außen.

Es sind junge Pflanzen, die wir auf der Fensterbank in der Küche vorziehen, um sie dann im April oder Mai nach draußen in unser Beet zu pflanzen. Jetzt warten auf unserer Fensterbank Rosmarin, Thymian, Pfefferminze, Zitronenmelisse und Salbei auf die Eröffnung der Gartensaison.

Glücklicherweise wachsen die Kräuter sehr schnell, so dass meine Kinder Fortschritte sehen. Sonne, Wasser und Erde lassen Pflanzen wachsen. Genau!

Die Wahl meiner Küchenkräuter hat der Supermarkt vorgegeben, bei dem ich gleich mehrere Pflanzen gekauft habe.

Die Auswahl, die uns bei Spontankauf beschert hat, finde ich gelungen. Die Kräuter sind in der Küche einsetzbar oder zum Naschen für kleine Kinder geeignet.

Rosmarin

Rosmarin wächst bereits bei uns als Busch im Garten. Er ist pflegeleicht und liebt die Sonne, was in unserem von der Sonne verwöhnten Garten überlebenswichtig ist. Die Temperaturen klettern im Sommer schnell über 35 Grad. Mittelmeerpflanzen wie der Rosmarin lieben dieses Klima und gedeihen prächtig. Schon im April zeigen sich die ersten blauen Blüten.

Der Rosmarin leistet uns das ganze Jahr über gute Dienste in der Küche. Ein paar Zweige zum Braten – auch im Winter- verleihen jedem Fleischgericht einen Hauch von „der Profi hat gekocht“.

Thymian

Thymian kommt in jeder Gewürzmischung vor. Trotzdem habe ich Probleme die frische Form von Thymian in meine Küche zu verwenden, weil ich den herben Geschmack bei frischen Pflanzen sehr intensiv finde und mich schwer tue das richtige Mittelmaß zu finden.

Vielleicht werden meine kleine Thymianpflanze und ich ja gute Freunde. Als Sonnenliebhaber dürfte sie sich in unserem Beet jedenfalls wohlfühlen.

Pfefferminze

Seit meinem ersten frischen Pfefferminztee nenne ich mindestens einen Pfefferminz mein Eigen. Erst wuchsen zwei oder drei Pflanzen auf unserem Balkon in Frankfurt, jetzt bevölkern sie unser Hochbeet. Pfefferminz wächst eigentlich überall, außer in der prallen Sonne und verbreitet sich schnell über Rhizome im ganzen Beet. Wie schnell stelle ich jedes Frühjahr mit Erstaunen fest, wenn ich mein Hochbeet neu sortiere und das riesige Wurzelwerk der Pfefferminz aus der Erde ziehe. Dieses Jahr gibt es einen Topf!

Meine Kinder trinken Pfefferminztee. Am liebsten pflücken sie die Blätter der Pfefferminze vom Strauch und essen sie einfach so. Ganz nebenbei kann ich ihnen erklären, woher unser Essen kommt.

Zitronenmelisse

Zitronenmelisse läuft bei uns unter „Naschpflanze“. Wenn ich den Namen höre denke ich an laue Sommerabende, an denen die Luft noch warm ist von der Sonne und der Tag Sommer „getankt“ hat. An diesen Abenden gehe ich mit meinen Kindern gerne durch den Garten und wir naschen von dem Obst und Gemüse, das wir anbauen.

Salbei

Salbei ist eine der praktischsten Gewürze, die ich kenne: Winterhart, immergrün und Sonne liebend. Frische Salbeiblätter lassen sich wunderbar zu Hustentee aufgießen.

Salbei liebt die Sonne und braucht wenig Wasser. Willkommen in unserem Garten kann ich da nur sagen.

Bärlauch sammeln mit Kindern

Nach dieser „Drinnen Aktion“ hatten wir Glück und konnten bei Sonnenschein mit den Kindern einen Ausflug in den Wald unternehmen.

Meine Kinder waren von der Idee einen Ausflug zu machen, erst wenig begeistert. Nach den vielen Regentagen hatte sich das Couch Potatoe Gefühl bei Ihnen festgesetzt.

Wir haben den Ausflug wieder mit einem Sinn und Ziel versehen, Bärlauch Sammeln. Ein kleines Abenteuer, das wir vor unserer Haustür erleben können.

Wie es sich für ein echtes Abenteurer gehört, haben wir Rucksäcke mit einem Picknick mitgenommen. Falls uns bei der langen Tour die Luft ausgeht und wir Kohlehydrate in Form von Butterbroten tanken müssen.

Vor dem Sammeln Stoffbeutel bemalen

Du kannst aus einer solchen Abenteuer eine Beschäftigung für einen weiteren Nachmittag zaubern, indem du die Kinder erst noch die Beutel zum Sammeln bemalen lässt.

Ich nehme dafür einfache Beutel aus dem Supermarkt und Stoffmalfarbe. Du kannst auch Filzstifte nehmen, die wasserlöslich sein können. Das sind aus meiner Erfahrung praktisch alle kindertauglichen Filzstifte. Der Beutel sollte dann nicht nass werden. Das ist im Frühjahr eher unwahrscheinlich, kann im Hochsommer funktionieren.

Wir hatten die Beutel im letzten Herbst bemalt und sie zum Bärlauch Sammeln wieder zum Einsatz gebracht.

Was ist Bärlauch?

Für alle, die Bärlauch nicht kennen: Bärlauch wächst im Wald im feuchten Untergrund, gerne in der Nähe von kleinen Bächen. Bärlauch riecht und schmeckt nach Knoblauch. Wenn ihr Bärlauch findet, findet ihr gleich ein ganzes Feld.

Bärlauch steht unter Naturschutz, darf aber für den privaten Gebrauch geerntet werden. Ich habe „unser Bärlauchfeld“ habe ich über „Mundraub.org“ gefunden.

Nicht mit giftigen Pflanzen verwechseln

Die Blätter vom Bärlauch sehen ein bisschen aus wie die Blätter von Maiglöckchen, die sehr giftig sind. Ich selbst habe in einem Bärlauchfeld noch keine Maiglöckchen gesehen. Laut Internet ist es aber wohl nicht auszuschließen.

Ich finde, man erkennt Bärlauch am einfachsten daran, dass er nach Knoblauch riecht. Schon von weitem im Wald zieht einem eine Knoblauchwolke entgegen.

Bärlauch kann man auch mit Herbstzeitlosen verwechseln, die wiederum Krokussen ähneln, aber im Herbst blühen. Außerdem fehlt ihnen der typische Knoblauchgeruch.

Ich habe Bärlauch noch nie geerntet, nachdem er geblüht hat. Laut Internet verlieren die Blätter nach der Blüte an Geschmack. Der Saft und Kraft ziehen in die Blüte, so dass die Blätter faserig werden.

Der Ausflug

An einem sonnigen Sonntagnachmittag sind wir alle sechs mit unseren bemalten Stoffbeuteln losgezogen und haben in einem Wald bei uns in der Nähe Bärlauch geerntet.

Bei diesem Ausflug ist mir klar geworden, dass ich Stadtkinder großziehe, die selten Ausflüge in den Wald unternehmen. Wenn wir spazieren gehen (von Wandern würde ich nicht sprechen) bewegen wir uns auf Feldwegen zwischen Wiesen und Feldern.

Meine Kinder fanden das kleine Waldstück regelrecht unheimlich. Zu viel Holz, zu viel Laub… „Huch, da sind ja Sträucher“… „Mama, ich will auf deinen Arm…“.

Mich hat diese Reaktion sehr gewundert. Wir sind sehr viel draußen. Wo draussen müsste doch egal sein. Oder nicht? Es ist wohl nicht egal. Ausflüge in den Wald stehen bei uns selten auf dem Programm und gehören auf die To-Do- Liste.

Nachdem wir das Bärlauchfeld mit Hilfe von Mundraub.org und unseren Nasen (Knoblauchgeruch!) gefunden hatten, ging es los ans Sammeln.

Wichtig ist, nicht die ganze Pflanze aus dem Boden zu reißen, damit sie noch blühen kann. Wir haben pro Pflanze nur ein bis zwei Blätter geerntet.

Daraus haben wir leckeres Bärlauchpesto hergestellt.

Rezept Bärlauchpesto:

Für ein Marmeladenglas (230 Gramm) Bärlauchpesto habe ich genommen:

  • eine Handvoll Bärlauch;
  • zwei oder drei gehäufte Esslöffel gemahlene Mandeln oder Haselnüsse oder Pinienkerne;
  • mindestens zwei Esslöffel Olivenöl (je nachdem wie geschmeidig die Konsistenz werden soll)
  • ein Esslöffel geriebener Hartkäse (Sorte hängt vom Geschmack ab). Üblich sind Parmesan oder Pecorino.

Zubereitung:

 

Du gibst alle Zutaten in einen Standmixer und mixt das ganze bei niedriger Geschwindigkeit zu einer sämigen Masse. Wenn die Konsistenz nicht cremig genug ist, noch ein bisschen Öl dazu geben.

Die alten, gewaschenen Marmeladengläser zum Befüllen sterilisiere ich am liebsten im Dampfgarer bei 100 Grad für 10 Minuten. Sie werden aber auch im Kochtopf in kochendem Wasser keimfrei. Ich fülle die Masse in die noch heißen Gläser, bedecke sie mit Olivenöl und schraube das Glas zu. Bei uns hält sich Pesto meist nur für wenige Tage. Ich würde sagen, dass man es im Kühlschrank für ca. 2 Wochen aufbewahren kann.

Guten Appetit!