Eine Schwiegermutter gehört zu den Frauen, die Wunder vollbringen können – zumindest in der Küche. Zu wahrer Höchstform läuft sie auf, wenn sich unerwarteter Besuch ankündigt. Innerhalb kürzester Zeit zaubert sie mit den einfachsten Mitteln drei leckere Kuchen auf den Tisch.

Ihr Rezept hat sie mir verraten, als ich mit den Jungs schwanger war. Wahrscheinlich wurde ihr klar, dass ich mit vier kleinen Kindern ihre Geheimrezepte brauchen würde, um Kind, Kegel und Besuch abfüttern zu können.

Ich gebe Euch heute dieses Rezept weiter. Die Mengen beziehen sich auf drei Kuchen. Meine Schwiegermutter bäckt oft die doppelte Menge Teig, d.h. gleich sechs Kuchen. Sie serviert drei und friert drei ein. Der nächste unangekündigte Besuch verursacht dann noch weniger Arbeit.

Grundrezept – Rührteig für drei Kuchen

600 Gramm weiche Butter

440 Gramm Zucker

12 Eier

750 Gramm Mehl

350 Gramm Speisestärke

3 Prisen Salz

1 ½ Pck Backpulver

Variante Zitronenkuchen:

Abgeriebene Schale von 2 großen unbehandelten Zitronen

Variante Schokostreusel:

1 Pck Schokostreusel

Variante Schokolade:

3 EL Kakaopulver

Schokostreusel nach Belieben

Wer will Verzierung:

  • Zwei bis vier Esslöffel Milch.
  • 400 Gramm Puderzucker
  • Saft der zwei Zitronen
  • Schokorollen, bunte Schokostreusel o.ä.
  • 1 Pck Gummibärchen
  • Lebensmittelfarbe

Hardware:

  • Drei Schüsseln,
  • drei Backformen

Falls Ihr die doppelte Menge Teig macht, 6 Schüsseln und sechs Backformen.

Zubereitung Grundteig:

Hier können Kinder sehr gut mithelfen.

Die Zutaten des Grundteigs in eine Schüssel geben und miteinander verrühren. Der Teig sollte nicht zu fest werden, d.h. noch vom Löffel fallen. Falls das nicht mehr funktioniert, einige Löffel Milch dazugeben.

Zubereitung der einzelnen Kuchen:

Den Teig in drei Portionen teilen und auf drei Rührschüsseln verteilen. In die erste Schüssel gebt Ihr die Schalen der Zitrone, in die zweite Schüssel die Schokostreusel und in die dritte Schüssel das Kakaopulver.

Die Teige in den Schüsseln umrühren und in drei verschiedene Backformen füllen. Je unterschiedlicher die Backformen aussehen desto vielfältiger wirkt die Kuchenauswahl.

Ich lege die Backformen mit Backpapier aus, so lassen sich die Kuchen einfacher aus der Form lösen.

Ich heize den Backofen nicht vor, sondern backe die Kuchen bei Umluft 160 Grad auf der mittleren Schiene ca. 1 Stunde. Nach dem Backen warte ich, bis ich die Backformen anfassen kann und löse die Kuchen vorsichtig aus der Form.

Verzieren:

Nach dem Erkalten nach Belieben Verzieren. Bei dem Verzieren sind Euch und Euren Kindern keine Grenzen gesetzt. Anstelle eines Zuckergusses könnt ihr auch für den Schokoladenkuchen eine Schokoladenglasur anrühren. Dazu Kuvertüre in einem warmen Wasserbad schmelzen und über dem Kuchen verteilen.

Noch ein Hinweis zum Zuckerguss:

Zuckerguss für den Zitronenkuchen:

200 Gramm Puderzucker nach und nach mit dem Zitronensaft mischen, bis eine dickflüssige Masse entsteht. Die Masse dann auf dem Kuchen verteilen.

Zuckerguss für den Schokostreusel- oder Schokokuchen:

200 Gramm Puderzucker anstelle des Zitronensafts mit Milch verrühren.

 

„Upcycling“ der Zitronen:

Wenn Ihr die Zitronen noch nicht wegwerfen wollt, einfach in ein hohes Gefäß geben und mit Wasser aufgießen und eine Zeitlang stehen lassen. Fertig ist der Zitronensaft, mit viel Zucker die Zitronenlimonade.

Meine Zwillingsmädchen sind 2 1/2 Jahre alt, sitzen in ihren Hochstühlen nebeneinander und sollen essen. Vor Ihnen steht jeweils ein kleines Tellerchen mit Brothäppchen und Apfelspalten. Meine eine Tochter wackelt auf ihrem Stuhl umher, krakelt vor sich hin und hängt mit ihrem Oberkörper halb auf dem Teller ihrer Schwester. Diese akrobatischen Übungen dienen nicht etwa dazu, ihrer Schwester in unendlicher Liebe, um den Hals zu fallen, sondern das Essen auf den Tellern zu vergleichen. Hat meine Schwester anderes Essen bekommen? Hat sie etwa mehr bekommen?

Offensichtlich fürchten meine Kinder beim Verteilungskampf, um Nahrung zu kurz zu kommen. Darüber mag man Schmunzeln haben wir doch mehr als genug Essen vorrätig. Leider tobt bei uns zu Hause nicht nur ein Kampf um unser Essen, sondern auch um Liebe und Aufmerksamkeit.

Kommt dir das bekannt vor, sind deine Zwillinge genauso? Oder lebt Ihr in einer Großfamilie, in der jedes Kind entsprechend seinem Alter Aufmerksamkeit, Liebe und Zuwendung möchte? In dem folgenden Artikel erzähle dir, wie wir Neid und Eifersucht unter Zwillingen und Geschwistern erleben und damit umgehen.

Alle wollen Liebe

Da wäre zunächst der Wunsch nach Liebe und Aufmerksamkeit, der für Eltern wunderschön und gleichzeitig so anstrengend sein kann.

Meine Kinder sind gerade aus dem Kindergarten nach Hause gekommen. Ich setze mich auf das Sofa, mein Sohn springt auf meinen Schoß und schmiegt sich an mich. Sofort kommt mein anderer Sohn angelaufen und möchte auch auf meinem Schoß sitzen – allein. Sein Bruder soll ihm Platz machen. Er möchte Mama jetzt für sich allein haben. Ich schlage vor, dass jeder auf einem Knie sitzt und wir alle zusammen kuscheln. Nein!! Beide wollen in der Mitte auf meinem Schoß sitzen.

Meine Söhne fangen an sich gegenseitig weg zu schubsen. Erst weint der eine. Dann auch noch der andere. Und jetzt? Um ehrlich zu sein: Eine Patentlösung für diese Situation habe ich auch nicht. Ich bilde mir ein, dass geplante „Mamazeiten“ für jedes Kind helfen und „Kuschelneid“ minimieren. Ich weiß aber auch, wie schwierig es ist solche festen „Mamazeiten“ einzuhalten.

Gleiches gilt für Papa, der viel und lange arbeitet und dadurch meist nur morgens und abends spät verfügbar ist. Sobald er auftaucht, wollen alle ein Stück (Arm oder Schoß) von ihm abhaben oder Zeit mit ihm verbringen. Papa soll sich selbst Gebasteltes oder Gebautes anschauen, und zwar gleichzeitig bitte. Auch hier helfen Papazeiten, die bei einem Vollzeit berufstätigen Menschen fast noch schwerer einzurichten sind.

Alle wollen das, was der andere hat

Bei uns reichen Überraschungseier, um einen riesigen Streit mit Tränen auszulösen. Überraschungseier enthalten eine Überraschung, die in jedem Ei unterschiedlich ist. Meine eine Tochter fühlt sich immer im Nachteil gegenüber ihren Geschwistern, egal welches kleine Spielzeug sie in ihrem Überraschungsei hat. Gut gemeinte Geschenke von Freunden und Verwandten haben schon dazu geführt, dass unser gesamter Nachmittag im Eimer ist.

Wenn ich meinen Freundinnen mit Geschwisterkindern von diesen Vorfällen erzähle, sagen mir alle, dass ihre Geschwisterkinder auch ständig um Aufmerksamkeit buhlen. Das ist mit Sicherheit so. Doch lässt sich bei Geschwistern verschiedenen Alters leicht begründen, warum sie unterschiedlich behandelt werden: „Dein Bruder ist größer und geht gleich Fußball, da braucht er das größte Stück Fleisch.“ „Deine kleine Schwester sitzt jetzt auf meinem Schoß. Sie ist doch noch so klein. Du kommst doch schon bald in die Schule.“

Ob diese Begründungen für Kinder immer nachvollziehbar sind, bezweifle ich. Wenn ein (Vorschul-)kind kuscheln will, will es kuscheln, egal ob es bald in die Schule kommt oder nicht. Wenn es Eifersucht fühlt, fühlt es Eifersucht, egal, ob sein Geschwisterkind gleich einen wichtigen Termin hat oder nicht. Letztlich nimmt man mit solchen Begründungen die Gefühle seiner Kinder nicht ernst. Das hilft im Augenblick und beruhigt das Gewissen. Den eigentlichen Grund für die Eifersucht oder den Neid beseitigt es nicht.

Wahrscheinlich lassen sie den Neid auf die Geschwister teilweise sogar noch größer werden. Sie beruhigen das Gewissen der Eltern. Das älteste Kind ist eben älter und kann mehr das jüngere weniger. So einfach können es sich Eltern von Zwillingen nicht machen. Sie müssen von Anfang an Farbe bekennen, warum ist die Schwester auf dem Schoß? Warum bekommt er oder sie noch einen Apfel und ich nicht. In vielen Situationen hilft nur Ehrlichkeit und Gerechtigkeit. Wir haben eine Türöffner- Liste, eine Wickelliste und wir vereinbaren Zeitfenster, wie lange jemand mit einem Spielzeug spielen darf.

Warum kann mein Zwilling das schon und ich noch nicht?

Neid entsteht bei uns nicht nur, wenn es darum geht, Ressourcen zu verteilen, sondern auch wenn es um Fähigkeiten, d.h. das Können oder Nichtkönnen bestimmter Sachen geht. Warum kann meine Schwester schon laufen? Warum kann mein Bruder schon mit der Schere schneiden? Was soll man als Eltern auf solche Fragen antworten?

Die Wahrheit ist: Jeder kann irgendetwas besonders gut. Meine großen Mädchen lernen das gerade und fangen an, sich selbst und ihre Fähigkeiten besser einzuschätzen. Meine Jungs sind noch nicht so weit. Da hilft nur eine einfache Antwort: Bestimmte Sachen sind ebenso wie sie sind. Manche Menschen laufen eher als andere. Manche können besser zeichnen. Manche klettern schneller als andere und manche laufen schneller. Jeder Mensch ist einzigartig, das macht ihn einzigartig, liebenswert und zu dem, wer er ist.

Selbstkritisch muss ich anmerken, dass wir hier nicht die allerbesten Vorbilder sind. Wir vergleichen selbst sehr viel. Meine Vermutung ist, dass Eltern von Geschwistern weniger vergleichen als Eltern von Zwillingen, weil die Kinder mit ein paar Jahren Abstand geboren wurden. Die Erinnerung an das, was der Erstgeborene konnte, schwindet. Vergleiche sind schwerer möglich und drängen sich nicht ständig auf.

Viele Eltern haben für das zweite Kind weniger Zeit und Aufmerksamkeit als für das erste Kind. Mein Gefühl ist, dass Eltern von Geschwisterkindern es als natürlich hinnehmen, dass das zweite Kind gefühlt weniger weit entwickelt ist als das erste. Die Eltern werden entspannter. Für die unterschiedliche Entwicklung gibt es aus Sicht der Eltern und des Umfelds eine logische Erklärung. Der oder die Erstgeborene war eben zuerst da und wurde als Einzelkind mit viel Aufmerksamkeit großgezogen. Bei dem zweiten Kind fehlen die Kapazitäten jeden Entwicklungsschritt genau zu verfolgen.

Bei Zwillingen gibt es diese Erklärung nicht. Im Gegenteil, das Umfeld erwartet, dass Zwillinge gleich sind. Sie waren zur selben Zeit im Mutterbauch, haben durch die Nabelschnur dieselben Nährstoffe zu sich genommen und dieselben Stimmen gehört. Das muss Menschen doch gleich oder zumindest sehr ähnlich werden lassen.

Sind Zwillinge gleich?

Vor der Geburt meiner Mädchen war genau das meine Erwartungshaltung. Meine beiden Kinder würden sich doch schon sehr ähneln, auch wenn es zweieiige Zwillinge sind. Nach der Geburt stellte sich schnell heraus, dass ich zwei sehr unterschiedliche Wesen geboren habe. Die eine schläft und isst sehr gut, dafür wird sie wahrscheinlich keine Supersportlerin. Mama ist schließlich auch keine. Die andere ein Hungerhaken, der noch heute über schlechte Träume klagt, gerne liest und sehr sportlich ist. Ganz wie der Papa, der früher Ausdauersport betrieben hat.

Wie unterschiedlich die beiden sind, zeigte sich bei der ersten U-Untersuchung im Krankenhaus. Meine mit motorischen Fähigkeiten gesegnete Tochter veranlasste die noch sehr junge und rhetorisch unerfahrene Kinderärztin, zu wahren Freudenschreien. Meine andere Tochter, deren motorischen Fähigkeiten weniger stark ausgeprägt sind und die bei der Untersuchung noch unter einer Gelbsucht litt, rief eher ein Stirnrunzeln hervor.

Ich habe auf die unterschiedliche Reaktion der Kinderärztin ebenfalls reagiert. Ich war sauer auf die Kinderärztin und irgendwie auch sauer auf meine Tochter, die keine Begeisterungsstürme bei der Kinderärztin hervorgerufen hatte. Habe ich in diesem Moment schon, den Grundstein für das leistungs- und wettbewerbsorientierte Verhalten meiner Töchter gelegt?

Solche Situationen kommen immer wieder vor. Eine meine Töchter überraschte mich mit ihren Fähigkeiten oder ihrem Verhalten, die andere konnte oder machte dies genau nicht. Dies kann daran liegen, dass sie es noch nicht kann oder dass sie es nicht machen will. Nur so ist sie anders als ihr Zwilling. Zwillinge können sich oft nur durch ihre (betonten) Unterschiede voneinander abgrenzen und Individualität herstellen. Jeglicher Druck ist hier kontraproduktiv.

Ich musste erst lernen, dass ständiges Vergleichen der Eltern nicht dazu führen darf, dass Positives und Individualität gar nicht mehr wahrgenommen werden. Bei einem Einzelkind begrüßen Eltern jeden Entwicklungsschritt jede Begabung. Jedem Charakterzug wohnt etwas Positives inne. Bei Zwillingen geht die „Zweite“ oft unter oder ihr Können wird als „na endlich klappt das auch“ wahrgenommen.

Konkurrenz belebt das Geschäft

Auf der anderen bringt Konkurrenzdenken der Kinder Vorteile mit sich. Meine Kinder lernen voneinander. Die Zwillinge untereinander und die Kleinen von den Großen. Kann der oder die andere etwas, möchten die Geschwister es auch lernen. Vielleicht nicht sofort aber früher oder später schon.

Meine Kleinen haben viel früher als die Großen auf Stühlen mit am Tisch gesessen und schnell unser „normales“ Essen probiert. Babyfood war deutlich schneller als bei den Großen passé.

Die Kleinen probieren auf dem Spielplatz die Spielgeräte der Großen aus. Mir stockt manchmal der Atem, was sie sich alles trauen. Dafür sind sie motorisch weit und geübt. Konkurrenz belebt das Geschäft.

Das Umfeld vergleicht auch

Nicht nur Zwillinge vergleichen sich untereinander auch das Umfeld vergleicht ständig den einen mit dem anderen. Ein Phänomen, das ich bei Müttern von Erstgeborenen besonders stark wahrnehme. befeuert wird dies durch entsprechende Literatur, die einem monatsweise nahelegt, was das eigene Kind zu diesem Zeitpunkt können sollte oder welchen Entwicklungsschub es gerade durchmacht.

Schnell fällt auf, „oh, der eine Zwilling kann ja schon und der andere oh, der kann ja noch gar nicht…“ Ich glaube das dieses ständige Bewerten der Umwelt und die Reaktion der Eltern auf dieses Bewerten (Ist das wirklich noch normal, dass sie nicht…) ungewollt den Vergleichskampf der Zwillinge untereinander befeuert.

Konkurrieren Jungen anders als Mädchen?

Konkurrieren Jungen anders als Mädchen? Bei uns ist das so. Woran liegt das? Ist das alles genetisch bedingt? Wir konnten den Jungen als doppelt Zweitgeborene nicht die gleiche Aufmerksamkeit schenken wie den Mädchen. Auch in unserem Umfeld, wurde die Geburt von zwei Mal Zwillingen zwar mit einer Mischung aus Entsetzen und Respekt begrüßt. Die Jungen befanden sich zu keinem Zeitpunkt so im Zentrum der Aufmerksamkeit wie die Mädchen.

Dies entspannt uns und automatisch die Kinder. Wenn Mama sich keine Sorgen macht, weil der eine Zwilling schon laufen kann und der andere noch nicht, überträgt sich diese Sorge auch nicht auf die Kinder. Leistungsdenken „Ich muss das auch können, Mama macht sich Sorgen“ und damit auch Konkurrenzdenken „Mein Geschwisterkind ist besser als ich“ entstehen seltener.

Entspannte Eltern haben entspannte Kinder

Das dürfte die größte Erkenntnis aus zwei Mal Zwillingen sein. Entspannte Eltern haben entspannte Kinder. Kuschelbedürftige Kinder (auch vier auf einmal), die einen mit ihrer Liebe fast erdrücken, Streithähne und Meckerzicken erträgt man als Eltern leichter, wenn man entspannt ist. Gelegentliches Ein- und Ausatmen, Auszeiten für gestresste Eltern können helfen. Spielplatzgespräche mit anderen Eltern führe ich möglichst über Themen, in denen es nicht darum geht, was mein Kind gerade kann. Das fällt mir selbst schwer, weil ich manchmal einfach stolz bin auf meine Kinder oder mir Sorgen mache, dass sie etwas nicht können. Damit wären wir beim Thema Selbstfürsorge. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema…

Mamaaaa!!! Der Schrei reißt mich aus dem Tischschlaf. Einer meiner Söhne hat schlecht geträumt. Mühsam quäle ich mich aus dem Bett und schleiche durch das hell erleuchtete Treppenhaus (die Kinder sollen nachts ihren Weg zu unserem Schlafzimmer finden) in das Bett meines Sohnes. Genau genommen bette ich mein Haupt für den Rest der Nacht auf einer unbequemen Matratze, die genau zu diesem Zweck im Schlafzimmer meiner Jungen aufgebaut ist.

Natürlich übernimmt auch der beste Ehemann von allen solche Nachtschichten. Doch in Nicht-Coronazeiten ist er regelmäßig auf Geschäftsreise oder begleitet internationale Projekte, bei denen Telefonkonferenzen morgens früh anfangen und abends spät enden. An solchen Tagen (und noch manchen anderen) ist Mama dran.

Ich bin der Fels in der Brandung, die die immer da ist und auch zu den unmöglichsten Uhrzeiten kuschelt und tröstet. Dafür schenken mir meine Kinder die schönsten Momente, die ich mir niemals vorstellen konnte. Der Preis für dieses Nahesein und Erleben ist eine ungeheure körperliche Belastung. Ich habe physische Grenzen überschritten, die ich für unüberwindbar gehalten habe. Ich habe in Momenten weitergekuschelt, gekocht und getröstet, in denen ich kaum noch stehen geschweige denn klare Sätze formulieren konnte.

Werde ich ewig so weitermachen können? Natürlich nicht. Irgendwann wird mein Körper streiken und meine seelische Balance aus den Fugen geraten. Es ist also unabdingbar Verantwortung für mich selbst zu übernehmen. Ich bin schließlich ganz viele. Mutter, Ehefrau, Rechtsanwältin, beste Freundin und, und, und.

Auf diese Erkenntnis folgt die Frage. Wie kann ich als Mutter besser für mich selbst sorgen? Meine Tipps für ein ausgeglicheneres Mamasein liest auf den folgenden Seiten.

Warum bin ich nicht egoistischer?

Der erste Schritt mich zu ändern, war eine Analyse: Warum achte ich nicht besser auf mich selbst? Warum bin ich nicht egoistischer? Warum haue ich nicht auf den Tisch und fordere eine gerechtere Aufteilung der Care Arbeit zwischen meinem Mann und mir? Gibt es eine Stimme in mir, die sagt, du darfst nicht egoistisch sein, du bist schließlich die Mutter?

Tatsache ist, dass ich in einem Umfeld mit einer traditionellen Rollenverteilung groß geworden bin. Mein Vater hat gearbeitet. Meine Mutter war Hausfrau und Mutter. Ich wollte es besser mache und habe studiert. Ich arbeite mit vier Kindern. Das bedeutet Unabhängigkeit und Selbstbestätigung jenseits von Kindern, Küche, Kirche. Das bedeutet jeden Tag und jede Nacht einer mehrfachen Belastung ausgesetzt zu sein.

Trotz dieser offensichtlichen Emanzipation habe ich viel von der Rollenvorstellung und Rollenverteilung meines Elternhauses übernommen. Ich bin die Basis für Familie, mein Mann die Basis für unser finanzielles Wohlergehen. Ich möchte das Beste für meine Kinder. Ich möchte sie lieben, aber auch auf das Leben vorbereiten. Dazu gehört es auch, sie zu fördern. Emotional, motorisch, mit ihren ganzen Sinnen. Sie sollen spielen und sich sinnvoll beschäftigen, nicht zu viel fernsehen schauen und in Maßen mit dem Computer spielen.

Ambitioniert und gefährlich, solche hohen Erwartungen erfüllt man nicht einfach so. Egoistisch ist eine solche Einstellung bestimmt nicht. Selbstfürsorge für mich? Fehlanzeige.

Vielleicht liegt es an dem schlechten Ruf, das egoistisches Verhalten genießt, dass ich mich so schwer tue eine gesunde Portion Selbstfürsorge an den Tag zu legen.

Unter Egoismus versteht man laut online Definition eine „Haltung, die gekennzeichnet ist durch das] Streben, Vorteilen für die eigene Person zu erlangen, der die eigene Person betreffenden Wünsche zu erfüllen. ohne Rücksicht auf die Ansprüche anderer.“

Unter diese Definition fallen wohl die wenigsten Eltern. Nach meiner Erfahrung neigen insbesondere Mütter genau zu dem gegenteiligen Verhalten, Ihnen fehlt eher eine gesunde Portion Egoismus.

Menschen brauchen Pausen, um ihren Akku aufzuladen und Mütter sind Menschen. Der erste Schritt liegt darin, Auszeiten, Pausen und eigene Wünsche zu erfüllen, nicht als egoistisch zu begreifen, sondern als selbstverständlich und als Zeichen der Selbstfürsorge.

Wann, wo und wie lade ich als berufstätige Mutter und Ehefrau meinen Akku auf?

Nach der Analyse folgt mein Plan: Ich werde klare Regeln einführen und mehr Hilfe von außen annehmen. Regeln fallen nicht vom Himmel, jedenfalls keine sinnvollen. Auch Hilfe von außen will sorgfältig eingesetzt sein.

Wie lautet mein Plan für mehr Selbstfürsorge?

Die erste Frage an mich und vielleicht auch an dich lautet daher: Was brauche ich für mich selbst? Was ich für mich brauche, welche Ziele ich habe, wie ich leben möchte, halte ich auf einem Vision Board fest. Das Vision Board ist seit meiner zweiten Schwangerschaft ein fester Bestandteil in meinem Leben

Ich wollte mich selbst trotz einer Großfamilie nicht aus den Augen verlieren. Mich gibt es noch, auch wenn ich vier Kinder habe. Meine beruflichen und privaten Ziele halte ich auf dem Vision Board mit Bildern fest. Das Board steht so, dass ich es immer fest im Blick habe.

Als To-Dos für mich stehen auf meinem Vision Board.

  1. Herzenswünsche erfüllen
  2. Mehr Sport machen
  3. Mehr Lesen
  4. Mehr unternehmen

Herzenswünsche erfüllen

Ich habe mir fest vorgenommen, mir in meinem Leben bestimmte Wünsche zu erfüllen und bestimmte Dinge auszuprobieren. Zu meinen Herzenswünschen gehört auch dieser Blog. Schon seit Jahren möchte ich bloggen. Ich habe es vor mir hergeschoben und sehr zögerlich angefangen. Jetzt bin ich dabei!

Ganz oben auf meiner Liste steht außerdem wieder mehr zu reisen.  Ich möchte andere Länder und fremde Kulturen kennenlernen. Ich möchte wieder das Gefühl erleben nach einer langen Reise an meinem Ziel anzukommen, wo sich alles neu, fremd und aufregend anfühlt, anders riecht und sogar die Geräusche sich anders anhören als zu Hause.

Mehr Sport machen

Ooohhh! Was für ein schwieriges Thema! Ich gehe schon seit Jahren ins Fitnessstudio. Fitnessstudiobesuche sind in Coronazeiten schwierig oder gar unmöglich, stehen aber fest auf meiner To-Do-Liste mit festem Zeitfenster. Als Ausgleich gehe ich joggen, auch mit festem Zeitfenster. Meistens artet das Joggen eher in einen gemütlichen Spaziergang aus. Aber ich bin dran und werde berichten.

Mehr Lesen

Ich liebe lesen. Wenn ich lese, bin ich glücklich. Lesen ist für mich der absolute Ausgleich zu meinem stressigen Alltag. Trotzdem lese ich viel weniger als früher. Klar, ich habe vier Kinder und bin verheiratet. Hier wollen lebende Menschen mit mir ihre Zeit verbringen -kleine Menschen, die so schnell groß werden.

Immerhin lese ich jeden Abend im Bett, eine ganz besondere Zeit nur für mich, die ich mir nicht nehmen lasse. Früher habe ich überwiegend Krimis gelesen, heute lese ich auch Bücher übers Aufräumen und Gärtnern. Ratgeber über DIY-Projekte und Basteln mit Kindern stehen ganz oben auf meiner Liste. Ebenso bieten sich Bücher über Ausflüge in die Natur an, zumal Wiesen und Felder kurz hinter unserer Haustür anfangen. Diese Abenteuer in unserer unmittelbaren Umgebung (und das Träumen davon) sind zu einem wichtigen Ausgleich für mich geworden.

Leider bin ich oft so müde, dass ich nicht mehr in ein Buch „eintauchen“ kann, um völlig in eine andere Welt zu entschwinden. Mein Ziel: So viel Zeit, dass ich richtig in ein Buch eintauchen und für ein paar Stunden in einer anderen Welt sein kann.

Mehr Unternehmen

Ich bin unternehmungslustiger Mensch. Ich liebe es neue Orte zu entdecken und neue Menschen kennenzulernen. Das ist mit Kindern nicht immer einfach. Lange Autofahrten und Hotelübernachtungen können mit Kindern zu einer quälenden Tortur ausarten. Trotzdem sind Urlaube und Ausflüge in die Umgebung für mich ein notwendiges Lebensexilier. Gerade jetzt in einer Pandemie lechze ich nach Abwechslung und sei es nur eine Wanderung in der näheren Umgebung.

Bis jetzt nehme ich zu diesen Ausflügen immer meine Kinder mit. Genaugenommen orientiere ich mich an den Wünschen meiner Kinder und nicht an meinen eigenen. Ist das dann noch eine Auszeit für mich. Einerseits ja, ich erlebe etwas und habe Weggefährten. Auf der anderen Seite mache ich nicht das, was nur ich selbst möchte.

Das muss besser werden! Irgendwann nach Corona, wenn die Betreuungszeiten in der Kita wieder normal sind, werde ich mir wenigstens einmal im Monat ein paar Stunden für mich freischaufeln, um ein Abenteuer nur für mich selbst zu erleben.

Fazit

Was bleibt also Fazit von diesem Artikel, bevor ich meine Kinder aus der Kita abhole? Mütter dürfen nicht nur egoistisch sein, sie müssen sogar, um zu überleben. Planen ist das halbe Leben und hilft, die Bedürfnisse aller unter einen Hut zu bringen. Tja, und jetzt muss ich mich nur noch an meinen eigenen Plan halten…

Wie sieht es bei dir aus? Lebst du noch oder wieder? Hast du genug Zeit für dich?

 

Wer noch tiefer einsteigen möchte:

Bücherempfehlungen (unbezahlte Werbung)

Das Handbuch für fast alles: Alles für ein schönes Zuhause: organisieren, reparieren, dekoriere, selber machen, Gäste empfangen, gärtnern, renovieren

Von Martha Stewart

 

1000 Places to see before you die

Von Patricia Schultz

 

Ausgebüxt!: Mikroabenteuer mit Kindern. Natur spielend entdecken – Familienzeit intensiv erleben  – Urlaub anders denken

Von Jana Heck und Patrick Heck

 

Das Beitragsbild ist von Lisa von Pixels. Die beiden anderen schönen Fotos von Kaboompics.

 

Kennst du diese Tage, an denen du deine Kinder am liebsten nur nach draußen schicken würdest? Die Eltern überkommt das Gefühl, dass ihre Kinder dringend Abstand und frische Luft bräuchten. Allein schon der Geräuschpegel raubt einem den letzten Nerv. Ständig gibt es Streitereien, Tränen und Wutausbrüche.

Und was sagen die lieben Kleinen? Keine Lust, zu kalt, zu nass und überhaupt nee.

Wie ich es geschafft habe trotzdem nach draußen zu lotsen und diese Outdoor Aktionen mit DIY Projekten verbunden habe, erfährst du hier.

Küchenkräuter für die Fensterbank kaufen

Der März hat es mir dieses Jahr nicht einfach gemacht. Nass und kalt war er. Meine Kinder wollten sich lieber gemütlich vor dem Fernseher einkuscheln als sich draußen an der Natur zu erfreuen.

Um nicht untätig herumzusitzen, haben wir unsere ersten Küchenkräuter gekauft. Ich habe tatsächlich alle vier Kinder zu einem „Ausflug“ überredet, einschließlich einem kleinen Umweg durch die Nachbarschaft zum Supermarkt. Unsere Mission „Blumen kaufen“ hat meine Kinder wenigstens für eine fast eine Stunde aus dem Haus gelockt.

Wieder zu Hause haben wir die Pflanzen auf unserer Terrasse umgetopft. Wir haben alte, schmale Weinkisten zu Blumentöpfen umfunktioniert und sie auf unsere Fensterbank gestellt. Das sieht nicht nur hübsch aus, sondern betet gleichzeitig einen gewissen Sichtschutz gegen neugierige Blicke von außen.

Es sind junge Pflanzen, die wir auf der Fensterbank in der Küche vorziehen, um sie dann im April oder Mai nach draußen in unser Beet zu pflanzen. Jetzt warten auf unserer Fensterbank Rosmarin, Thymian, Pfefferminze, Zitronenmelisse und Salbei auf die Eröffnung der Gartensaison.

Glücklicherweise wachsen die Kräuter sehr schnell, so dass meine Kinder Fortschritte sehen. Sonne, Wasser und Erde lassen Pflanzen wachsen. Genau!

Die Wahl meiner Küchenkräuter hat der Supermarkt vorgegeben, bei dem ich gleich mehrere Pflanzen gekauft habe.

Die Auswahl, die uns bei Spontankauf beschert hat, finde ich gelungen. Die Kräuter sind in der Küche einsetzbar oder zum Naschen für kleine Kinder geeignet.

Rosmarin

Rosmarin wächst bereits bei uns als Busch im Garten. Er ist pflegeleicht und liebt die Sonne, was in unserem von der Sonne verwöhnten Garten überlebenswichtig ist. Die Temperaturen klettern im Sommer schnell über 35 Grad. Mittelmeerpflanzen wie der Rosmarin lieben dieses Klima und gedeihen prächtig. Schon im April zeigen sich die ersten blauen Blüten.

Der Rosmarin leistet uns das ganze Jahr über gute Dienste in der Küche. Ein paar Zweige zum Braten – auch im Winter- verleihen jedem Fleischgericht einen Hauch von „der Profi hat gekocht“.

Thymian

Thymian kommt in jeder Gewürzmischung vor. Trotzdem habe ich Probleme die frische Form von Thymian in meine Küche zu verwenden, weil ich den herben Geschmack bei frischen Pflanzen sehr intensiv finde und mich schwer tue das richtige Mittelmaß zu finden.

Vielleicht werden meine kleine Thymianpflanze und ich ja gute Freunde. Als Sonnenliebhaber dürfte sie sich in unserem Beet jedenfalls wohlfühlen.

Pfefferminze

Seit meinem ersten frischen Pfefferminztee nenne ich mindestens einen Pfefferminz mein Eigen. Erst wuchsen zwei oder drei Pflanzen auf unserem Balkon in Frankfurt, jetzt bevölkern sie unser Hochbeet. Pfefferminz wächst eigentlich überall, außer in der prallen Sonne und verbreitet sich schnell über Rhizome im ganzen Beet. Wie schnell stelle ich jedes Frühjahr mit Erstaunen fest, wenn ich mein Hochbeet neu sortiere und das riesige Wurzelwerk der Pfefferminz aus der Erde ziehe. Dieses Jahr gibt es einen Topf!

Meine Kinder trinken Pfefferminztee. Am liebsten pflücken sie die Blätter der Pfefferminze vom Strauch und essen sie einfach so. Ganz nebenbei kann ich ihnen erklären, woher unser Essen kommt.

Zitronenmelisse

Zitronenmelisse läuft bei uns unter „Naschpflanze“. Wenn ich den Namen höre denke ich an laue Sommerabende, an denen die Luft noch warm ist von der Sonne und der Tag Sommer „getankt“ hat. An diesen Abenden gehe ich mit meinen Kindern gerne durch den Garten und wir naschen von dem Obst und Gemüse, das wir anbauen.

Salbei

Salbei ist eine der praktischsten Gewürze, die ich kenne: Winterhart, immergrün und Sonne liebend. Frische Salbeiblätter lassen sich wunderbar zu Hustentee aufgießen.

Salbei liebt die Sonne und braucht wenig Wasser. Willkommen in unserem Garten kann ich da nur sagen.

Bärlauch sammeln mit Kindern

Nach dieser „Drinnen Aktion“ hatten wir Glück und konnten bei Sonnenschein mit den Kindern einen Ausflug in den Wald unternehmen.

Meine Kinder waren von der Idee einen Ausflug zu machen, erst wenig begeistert. Nach den vielen Regentagen hatte sich das Couch Potatoe Gefühl bei Ihnen festgesetzt.

Wir haben den Ausflug wieder mit einem Sinn und Ziel versehen, Bärlauch Sammeln. Ein kleines Abenteuer, das wir vor unserer Haustür erleben können.

Wie es sich für ein echtes Abenteurer gehört, haben wir Rucksäcke mit einem Picknick mitgenommen. Falls uns bei der langen Tour die Luft ausgeht und wir Kohlehydrate in Form von Butterbroten tanken müssen.

Vor dem Sammeln Stoffbeutel bemalen

Du kannst aus einer solchen Abenteuer eine Beschäftigung für einen weiteren Nachmittag zaubern, indem du die Kinder erst noch die Beutel zum Sammeln bemalen lässt.

Ich nehme dafür einfache Beutel aus dem Supermarkt und Stoffmalfarbe. Du kannst auch Filzstifte nehmen, die wasserlöslich sein können. Das sind aus meiner Erfahrung praktisch alle kindertauglichen Filzstifte. Der Beutel sollte dann nicht nass werden. Das ist im Frühjahr eher unwahrscheinlich, kann im Hochsommer funktionieren.

Wir hatten die Beutel im letzten Herbst bemalt und sie zum Bärlauch Sammeln wieder zum Einsatz gebracht.

Was ist Bärlauch?

Für alle, die Bärlauch nicht kennen: Bärlauch wächst im Wald im feuchten Untergrund, gerne in der Nähe von kleinen Bächen. Bärlauch riecht und schmeckt nach Knoblauch. Wenn ihr Bärlauch findet, findet ihr gleich ein ganzes Feld.

Bärlauch steht unter Naturschutz, darf aber für den privaten Gebrauch geerntet werden. Ich habe „unser Bärlauchfeld“ habe ich über „Mundraub.org“ gefunden.

Nicht mit giftigen Pflanzen verwechseln

Die Blätter vom Bärlauch sehen ein bisschen aus wie die Blätter von Maiglöckchen, die sehr giftig sind. Ich selbst habe in einem Bärlauchfeld noch keine Maiglöckchen gesehen. Laut Internet ist es aber wohl nicht auszuschließen.

Ich finde, man erkennt Bärlauch am einfachsten daran, dass er nach Knoblauch riecht. Schon von weitem im Wald zieht einem eine Knoblauchwolke entgegen.

Bärlauch kann man auch mit Herbstzeitlosen verwechseln, die wiederum Krokussen ähneln, aber im Herbst blühen. Außerdem fehlt ihnen der typische Knoblauchgeruch.

Ich habe Bärlauch noch nie geerntet, nachdem er geblüht hat. Laut Internet verlieren die Blätter nach der Blüte an Geschmack. Der Saft und Kraft ziehen in die Blüte, so dass die Blätter faserig werden.

Der Ausflug

An einem sonnigen Sonntagnachmittag sind wir alle sechs mit unseren bemalten Stoffbeuteln losgezogen und haben in einem Wald bei uns in der Nähe Bärlauch geerntet.

Bei diesem Ausflug ist mir klar geworden, dass ich Stadtkinder großziehe, die selten Ausflüge in den Wald unternehmen. Wenn wir spazieren gehen (von Wandern würde ich nicht sprechen) bewegen wir uns auf Feldwegen zwischen Wiesen und Feldern.

Meine Kinder fanden das kleine Waldstück regelrecht unheimlich. Zu viel Holz, zu viel Laub… „Huch, da sind ja Sträucher“… „Mama, ich will auf deinen Arm…“.

Mich hat diese Reaktion sehr gewundert. Wir sind sehr viel draußen. Wo draussen müsste doch egal sein. Oder nicht? Es ist wohl nicht egal. Ausflüge in den Wald stehen bei uns selten auf dem Programm und gehören auf die To-Do- Liste.

Nachdem wir das Bärlauchfeld mit Hilfe von Mundraub.org und unseren Nasen (Knoblauchgeruch!) gefunden hatten, ging es los ans Sammeln.

Wichtig ist, nicht die ganze Pflanze aus dem Boden zu reißen, damit sie noch blühen kann. Wir haben pro Pflanze nur ein bis zwei Blätter geerntet.

Daraus haben wir leckeres Bärlauchpesto hergestellt.

Rezept Bärlauchpesto:

Für ein Marmeladenglas (230 Gramm) Bärlauchpesto habe ich genommen:

  • eine Handvoll Bärlauch;
  • zwei oder drei gehäufte Esslöffel gemahlene Mandeln oder Haselnüsse oder Pinienkerne;
  • mindestens zwei Esslöffel Olivenöl (je nachdem wie geschmeidig die Konsistenz werden soll)
  • ein Esslöffel geriebener Hartkäse (Sorte hängt vom Geschmack ab). Üblich sind Parmesan oder Pecorino.

Zubereitung:

 

Du gibst alle Zutaten in einen Standmixer und mixt das ganze bei niedriger Geschwindigkeit zu einer sämigen Masse. Wenn die Konsistenz nicht cremig genug ist, noch ein bisschen Öl dazu geben.

Die alten, gewaschenen Marmeladengläser zum Befüllen sterilisiere ich am liebsten im Dampfgarer bei 100 Grad für 10 Minuten. Sie werden aber auch im Kochtopf in kochendem Wasser keimfrei. Ich fülle die Masse in die noch heißen Gläser, bedecke sie mit Olivenöl und schraube das Glas zu. Bei uns hält sich Pesto meist nur für wenige Tage. Ich würde sagen, dass man es im Kühlschrank für ca. 2 Wochen aufbewahren kann.

Guten Appetit!